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Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

Landesverband Niedersachsen - Bezirk Braunschweig - Ortsgruppe Braunschweig e.V.

1928 bis 2003 - 75 Jahre DLRG in Braunschweig

Vorbemerkung. Die DLRG in Braunschweig besteht 75 Jahre. Sie war hier immer ein lebendiger Verein, der sich die Wasserrettung auf seine Flagge geschrieben hat. Die Entwicklung dieser Rettungsgesellschaft war – wie die allen anderen Vereine auch – eingebettet in den gesellschaftlichen und politischen Zeitgeist der jeweiligen Zeit. Wenn die Zeit reif ist, werden Dinge geboren, die zu anderer Zeit nicht denkbar scheinen. Darum verstehe ich die Entwicklung „meiner“ DLRG – von denen ich 60 Jahre aktiv erleben durfte – nur unter Beachtung des jeweiligen Zeitgeistes – dies zur Einführung.

Ich bin seit 1943 ununterbrochen als Ausbilder in der DLRG tätig und habe in dieser Zeit viele Veränderungen in der DLRG erlebt. Daneben habe ich lange Zeit und in allen Ebenen der DLRG in Vorständen gearbeitet. Über die Jahre hinweg habe ich alte Urkunden, Abzeichen und Dokumente bewahrt und zusammen mit einem Fotoarchiv dem DLRG-Archiv zugeführt. Unter Heranziehung dieser Unterlagen und einschlägiger Fachlektüre ergaben sich mit dem selbst Erlebten die beschriebenen Zusammenhänge oder Erkenntnisse.

Der gegebene Bericht ist eine Darstellung von Tatsachen – wobei sich ein subjektives Empfinden des Berichtenden nicht ganz ausschließen läßt.

Werner Stoltze

Teil 1: 1871 bis 1945

Reichsgründung 1871, neue Erkenntnisse der Medizin (Hygiene), Änderung der Lebensformen und Gesetze, verbunden mit technischem Fortschritt schafften um 1900 ein Umfeld in Deutschland, in dem der Sport gesellschaftliche Bedeutung bekam. Das Schwimmen und als Sonderabteilung des Schwimmens – das Rettungsschwimmen – konnte sich entwickeln.

Nach dem verlorenen 1. Weltkrieg und der nachfolgenden Inflation erstarkte um 1924/25 der Sportsgeist wieder in Deutschland. Die Gesellschaft wollte den „friedlichen Wettstreit“ der Sportler und akzeptierte den Sport. In diesem Umfeld konnte auch die DLRG wieder aufleben, was 1925 zu einer Wiedergründung der DLRG (gegr. 1913) in der Republik führte.

Nachweisbar waren DLRG-Aktivitäten in Braunschweig schon in 1925. Es müssen also Mitglieder der DLRG schon 1925 in Braunschweig gearbeitet haben. Am 29. April 1928 kam es zu einer Gründung des DLRG Landesverband Braunschweig im Freistaat Braunschweig. Von der Stadt Braunschweig aus verbreitete sich dann die DLRG im Gebiet des Freistaates Braunschweig. In der Stadt Braunschweig wurde die Verbandsarbeit und die Wasserarbeit von den gleichen DLRG-Aktiven geleistet. Es gab also noch keine Gliederungen.

Erst 1938 wurde auch in Braunschweig ein DLRG-Bezirk gegründet. Nun gab es einen verwaltenden Landesverband und einen arbeitenden Bezirk. Die überwiegende Mehrheit der DLRG-Mitglieder im Landesverband waren bis 1953 die Braunschweiger DLRG-Mitglieder, deshalb ist das Gründungsdatum des LV gleich dem der DLRG Ortsgruppe-Braunschweig (sie ist die Folgeorganisation der arbeitenden DLRG-Mitglieder von 1928). In einem Beschluß des OG-Vorstandes wurde dies auch festgestellt.

Die Gründung der DLRG in Braunschweig wurde initiiert und vorbereitet durch die Schwimmsport-Vereine Braunschweigs. Die erfahrenen Vorstände dieser Schwimmvereine stellten dann bei Gründung der DLRG hier auch die Vorstandsmitglieder. Man war und blieb miteinander verbunden. Eine Ämtertrennung – nur Schwimmverein oder nur DLRG – als Ausbilder oder Vorstand ist erst ab 1930/31 feststellbar. Die DLRG hatte sich als eigenständiger Verband etabliert. Nun wurden es die Schwimmeister der Bäder, als Profi´s am Gefahrenherd vor Ort, welche DLRG-Ausbildung betrieben und unter den DLRG-Vorständen auftauchten. Schwimmeister hatten den Kontakt zur badenden Bevölkerung und in Badeanstalten konnte von der DLRG die Öffentlichkeitsarbeit wirkungsvoll betrieben werden.

Außerdem waren die Verantwortlichen der Badeanstalten interessiert an der Hilfe bei der Gefahrenabwehr, man hatte Nutzen voneinander. Bis in die 70er Jahre waren es auch vornehmliche DLRG-Rettungsschwimmer, welche die Erwerbsquelle Schwimmeister zum Beruf wählten. Nachdem der Schwimmeister in Deutschland zum Lehrberuf gemacht wurde, kamen die Auszubildenden nicht mehr vornehmlich aus DLRG-Kreisen.

Die Schwimmeister, bis 1955 mit engen Verbindungen zur ehrenamtlich arbeitenden DLRG und hier als Ausbilder tätig, wendeten sich den lukrativeren Trainertätigkeiten im Sportschwimmen zu.

Bis 1938 gab es in der Stadt Braunschweig nur eine DLRG – nämlich nur den DLRG-Landesverband. Dieser hatte allein drei Viertel seiner Mitglieder in der Stadt Braunschweig, von diesen Braunschweiger DLRG-Mitgliedern gingen die Initiativen zur Gründung von DLRG-Bezirken im Braunschweiger Land aus. Erst 1938 bildete sich auch ein DLRG Bezirk-Braunschweig und der DLRG Landesverband Braunschweig wurde eine Verwaltungsstelle der DLRG. Eine Aufteilung des DLRG Bezirk-Braunschweig in DLRG Ortsgruppen erfolgte erst nach Wiedergründung der DLRG nach dem 2. Weltkrieg in Braunschweig, im Jahre 1951.

Hilfe durch Vorträge des DLRG-Präsidenten Georg Hax (Berlin), wie auch finanzielle Unterstützung vom Braunschweigischen Staatsministerium und der Stadtverwaltung – 1929, zur rechten Zeit – haben wesentlich geholfen der DLRG in Braunschweig nach ihrer Gründung zum Bestand zu verhelfen.

Als „Gegenleistung‘ hat sich die DLRG in Braunschweig für ihre Stadt immer als nützlicher und verläßlicher Partner erwiesen. Weil die Gründer der DLRG in Braunschweig 1928 – 1938 auf die damals bestehende Strukturen – Reichswehr, Polizei, Feuerwehr, DRK, Hochschulen, Schulen, Vereine, Ausbildungsabteilungen großer Industriebetriebe – zurückgreifen konnten, sind schnelle und große Erfolge im Anfang erreicht worden. Helfen, Gemeinsinn, Retten war Ziel der Gesellschaft, man hatte die Not und den Segen einer Hilfeleistung zur Genüge kennengelernt!

Auch in der Zeit nach 1933 wurde der Sport, das Schwimmen im Sportunterricht der Schulen und die DLRG von staatlichen Stellen gefördert. Die Sportvereine wurde zwar „gleichgeschaltet“, aber die DLRG blieb weitgehend selbständig. Satzungen der DLRG LV´s mußten dem „Führerprinzip“ angepaßt werden und die DLRG-Urkunden „zierte“ nun ein Hakenkreuz. Die DLRG behielt aber ihr Emblem – den spähenden Adler – unverändert in jeder Regierungsform!

Anerkennung der DLRG bei den vorhandenen politischen und anderen gesellschaftlichen Organisationen förderte auch nach 1933 eine Zusammenarbeit von Verwaltungen und DLRG. Das ließ eine intensive Lehrgangstätigkeit und große Erfolge in Prüfungsabnahmen der DLRG zu, bis kriegsbedingt ab 1939 der DLRG die Ausbilder und Vorstände in immer stärkeren Maße fehlten.

1943/44 war DLRG-Arbeit in Braunschweig überhaupt nicht mehr möglich – außer im Betriebssport der Lehrabteilungen großer Betriebe. Die Flußbadeanstalten an der Oker in Braunschweig waren zerstört, Stadtbad und Lünischteich von Bomben beschädigt. – Freizeit oder Baden waren ein ‚Luxus‘ geworden! Ab 1944 ging es in Braunschweig nur noch um das Überleben – auch bei den DLRG-Mitgliedern.

Die DLRG wurde 1945 von den Siegermächten verboten – wie alle anderen Vereine auch – und alles Vermögen und Unterlagen der DLRG samt Mitgliederkartei beschlagnahmt. Jedes überlebende DLRG-Mitglied hatte seinen persönlichen Überlebenskampf zu führen, an DLRG-Arbeit war da nicht zu denken. Kommunikation gab es nicht mehr und die Ausgangssperren zwischen 22 und 6 Uhr waren weitere Behinderungen. Erst ab 1947 gab es zaghafte Kontakte, erstes zufälliges Auffinden einzelner überlebender DLRG-Mitglieder, welche den Mut hatten Initiative zu ergreifen.

Teil 2: 1945 bis 2003

Einzelne Mitglieder hatten 1947 auf die DLRG-Arbeit gleicher Organisationen in England und Frankreich mit demselben Tätigkeitsfeld hingewiesen und so eine Aufhebung des Verbotes durch das Militär-Gouvernement erreicht. Nun erst war an ein Wiederaufnehmen einer DLRG-Tätigkeit zu denken.

Beim Wiederaufbau, der vom 2. Weltkrieg betroffenen DLRG in Braunschweig, war es förderlich 1946/47 im Sportamtsleiter Lambrecht und Stadtjugendpfleger Ohst als Gönner und Förderer der DLRG zu haben. Die beruflichen und privaten Kontakte (ab 1946) eines führenden Lehrschein-Inhabers, Herbert Falk, zum Militär-Government, dem britischen Oberst Galleker und seinem Jugendoffizier Capt. Landman halfen Vorurteile gegen die DLRG bei der Siegermacht abzubauen. Mitte 1947 konnte die DLRG in Braunschweig wieder aufleben und die Wasserarbeit wieder aufnehmen.

Bestand hatten in der Stadt Braunschweig aber nicht alle Gliederungen der DLRG. Den DLRG Bezirk-Braunschweig, Stützpunkte bei BGS, Pz.Gren.Battl. 23 und die OG-Polizei/BS, OG-Bienrode, OG-Kanthochschule, OG-Franke & Heidecke, OG-Klein-Stöckheim, OG-Waggum, OG-Rautheim von damals, gibt es heute nicht mehr.

Im Jahr 2003 ist in unserer Stadt die DLRG in Braunschweig und dem Ortsteil Wenden organisiert, außerdem ist der DLRG Landesverband-Braunschweig e.V. mit seiner Geschäftsstelle Braunschweig in die Schubertstraße gezogen.

Nachdem das Hakenkreuz auf den Urkunden der DLRG (1933 – 1945), und die Satzungsänderungen 1933, der DLRG so viele Nachteile erbracht hatte, wollte man nach dem Krieg in der DLRG die Nähe zur Politik meiden. Manche Vorstände arbeiteten zögerlich mit den neuen Politikern und Verwaltungen zusammen – waren viele doch gerade erst entnazifiziert worden. Demokratisches Verhalten war noch nicht geübt. Auch auf den Versammlungen der DLRG hatten anfänglich die Mitglieder so ihre Schwierigkeiten im Umgang mit Satzung, Geschäftsordnung usw. Erst in den 70er Jahren entwickelte die OG-Braunschweig ein entspannteres Verhältnis zu Politik und Verwaltung in Braunschweig, was zu einer neuen Qualität der Zusammenarbeit führte.

Es bleibt festzustellen, daß im gleichen Maße wie die persönlichen Freiheiten gewachsen sind, die Bereitschaft zur Ausbildung von Hilfeleistungen nachläßt. Nur der Zwang bei Führerscheinprüfung einen EH-Schein vorweisen zu müssen – die Verordnung rettungsfähige Pädagogen, Betreuer oder Fachübungsleiter zu verlangen, verändert die negative Bilanz ein wenig. Was in der Zeit von anderen Regierungsformen oder unter Notgemeinschaften funktionierte, geht in der Demokratie scheinbar nur unter einem gewissen Zwang.

Erfreulich ist das Verhalten der Freiwilligengesellschaft in Notzeiten. Beispiele sind die Naturkatastrophen in Deutschland – hier funktioniert die Nachbarschafts-Hilfe erstaunlich gut, man war mal wieder eine Notgemeinschaft.

Die Bereitschaft der Bevölkerung, sich im Rettungsschwimmen ausbilden zu lassen, läßt ständig nach. So konnten 1936 z.B. der LV BS 1936 mit 600 DLRG-Mitglieder 1.156 Grundscheine 276 Prüfungsscheine erzielen. Die 617 DLRG-Mitglieder der OG brachten es 2001 trotz Werbung nur noch auf 165 Grundscheine und 63 Leistungsscheine.

Dies läßt sich nur teilweise damit begründen, daß früher der Anteil von aktiven Mitgliedern in der DLRG Braunschweig größer als heute war. Anders herum gesehen ist es begrüßenswert, wenn ehemals aktive DLRG-Mitglieder nach dem Ausscheiden aus aktiver DLRG-Arbeit, ihrem Verein auch treu bleiben.

Viele Impulse, die von der DLRG ausgingen sind heute Selbstverständlichkeit in unserer Stadt Braunschweig: Wasserrettungsdienst, der Eisrettungsdienst am Südsee, die SEG der Rettungstaucher, WRD bei Veranstaltungen u. A.. Der Verbund mit den anderen Hilfskräften – wie Feuerwehr, THW, Katastrophenschutz und den landgestützten Rettungsdiensten – gestern wie heute – ist Tradition in Braunschweig.

Die DLRG ist im Orchester der Hilfseinrichtungen der Stadt Braunschweig ein unverzichtbares Instrument. Die DLRG in Braunschweig hat sich anpassungsfähig erwiesen, als sich ihre Aufgabengebiete verlagerten oder änderten. Herausforderungen wurden angenommen und neue Aufgaben bisher immer erfüllt.

Braunschweiger DLRG-Mitglieder arbeiteten sehr bald, im Präsidium der DLRG, an bundesweiten und internationalen Aufgaben mit – auch heute noch. Unmöglich all die vielen Aktivitäten aufzuzählen, die in Braunschweig von der DLRG ausgingen. Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit, Lehrgänge, Seminare, Schwimmausbildung für Kinder und Erwachsene, Rettungsschwimmausbildung, Wasserrettungsdienst, Eisrettungsdienst, Rettungen, Hilfeleistungen, Bau und Ausbau von Rettungsstationen, Ausbildungen, Weiterbildung, Prüfungen, Vereinszeitung SWIMMY TIMES, Rettungswettkämpfe, Absicherungen von Veranstaltungen, Lager, Fahrten, Freizeiten, Wanderungen, Jugend- und Seniorenarbeit.

Viele Freundschaften, Partnerschaften und Ehen sind in dieser DLRG entstanden, einige Kinder dieser Ehen – ja sogar deren Enkel – halten nun “die Flagge mit dem spähenden Adler” hoch.

Die DLRG, auch die in Braunschweig, hat sich vom “Badehosenverein” zum „technischen Dienstleister“ entwickelt, aber nur, weil sie immer Personen in ihren Reihen gefunden hat, die ein Auge für das Notwendige und Vorstände die Durchsetzungskraft für notwendige Anpassungen und Änderungen hatten.

90 Jahre Bestehen der DLRG sind auch 75 Jahre DLRG in Braunschweig. Nach der Gründung der DLRG in Braunschweig vor 75 Jahren herrschen im Jahre 2003 in Braunschweig völlig andere Verhältnisse. Regierungsformen und deren Verwaltungen änderten sich. Recht, Gesetze, Richtlinien und Ordnungen wurden anders oder neu formuliert, das schafft auch ein sich immer änderndes Umfeld für die DLRG-Arbeit.

Die DLRG-Arbeit, ehrenamtlich durchgeführt, erfordert von ihrer Verwaltung, Ausbildern und Vorständen ein immer größeres Fachwissen. Die DLRG muß genau wie Wirtschaftsbetriebe die Bestimmungen von Berufsgenossenschaften, Versicherungen und die Auflagen der Behörden und Verwaltungen einhalten – nur eben als Amateure. Was nicht ein qualitativer Wertmaßstab ist – sondern bedeutet, daß Amtsträger und andere Mitglieder irgendwo an anderer Stelle ihren Lebensunterhalt verdienen und oftmals ganz anderes gelernt haben als im DLRG-Amt gebraucht wird. Die Fachbereiche innerhalb der DLRG erfordern heute nicht mehr ein einmalige Lernen und Üben für die Prüfungen, sondern ständige Fortbildung und zwingend den Erhalt der jeweiligen Befähigung nachzuweisen. Dieses ist sicher dienlich – aber auch sehr Zeitaufwendig und bindet die Einsatzkräfte auf Pflicht-Lehrgängen als Teilnehmer wie auch als Referenten.

In Braunschweig arbeiten die DLRG-Vorstandsmitglieder immer auch an der Basis als Ausbilder und Prüfer, Lehrer, Ausbilder. Auch für die übergeordnete Verbandsarbeit waren diese Basiskenntnisse von enormem Vorteil.

Waren bei der Gründung der DLRG vor 90 Jahren – und vor 75 Jahren in Braunschweig – es die Idealisten, welche gemeinsam mit Gleichgesinnten, Pädagogen und sozial empfindenden Schwimmern unsere DLRG aufbauten und zum Leben verhalfen, so ist heute (wie überall!) zunehmend der Kommerz bestimmend geworden. Die heute gewichtige Technik der DLRG muß auch finanziert werden (können). Im gleichen Maße wie das Wachsen von der Priorität des Kommerz erkennbar wird, ist gleichzeitig ein Verlust derer zu spüren , welche selbst Zupacken. Richtlinien, Verordnungen – das Umfeld ist so sehr anders geworden, daß Lösungen durch Eigenleistungen immer weniger möglich werden.

Teil 3: Heute

Es ist notwendig geworden zu managen, neben den Eigenmitteln (Beiträgen) auch Spender und Sponsoren zu suchen/finden und so die Einrichtungen und Geräte zu beschaffen, zu finanzieren. Eigenverantwortung (Einrichtungen und Geräte selber zu beschaffen) des Vereinsmitgliedes wird zunehmend durch Management einiger Vorstandsmitgliedern ersetzt!

Waren die Sportschwimmer – und deren Vorstände – vor 75 Jahren gleichzeitig Sportler und auch Rettungsschwimmer, so sind diese heute nur noch Spezialisten in ihrem Fachbereich Sportschwimmen. Mit Rettungsschwimmen haben die Sportschwimmer heute nichts mehr am Hut. Sicher ist es heute eher Mode, sich helfen zu lassen – als selbst zu helfen.

Im Bäderbau fördern, sah die DLRG vom Anbeginn ein Mittel den „nassen Tod“ zu bekämpfen. Der Bäderbau förderte immer zugleich auch die Entwicklung der DLRG.

Bäderschließungen in unserer Zeit werden zwangsläufig zum Mitgliederschwund in der DLRG führen. Es wird auch zunehmend schwerer, Ausbildungswillige in der Bürgerschaft zu finden. Ein Rückgang der Rettungsschwimm-Ausbildung wird zwangsläufig zum Mangel an wasserrettungsfähigen Lehrern, Übungsleitern, Betreuern und Jugendleitern führen – dabei wird durch Verordnungen die Rettungsfähigkeit der Vorgenannten gefordert!

In den Spaßbädern kann man keine Rettungsschwimm-Ausbildung betreiben – aber genau diese Spaßbäder werden aus wirtschaftlichen Erwägungen geschaffen, Sportbäder dagegen aber zahlreich geschlossen. Die DLRG prognostiziert, auf Grund dieser Entwicklung für die Zukunft ein Ansteigen der Ertrinkungszahlen !

Helfer werden knapp, wenn sie nicht bezahlt werden. Ehrenamtliche Arbeit wird in der Gesellschaft wenig wahrgenommen. Obwohl Politik und Verwaltung den Wert der ehrenamtlich tätigen Helfer genau kennen, muß die DLRG um ihre Anerkennung und Zuschuß werben oder bitten.

Die Begeisterung zu helfen vor 75 Jahren, ist heute einer Begeisterung seine Freiheiten auszuleben gewichen. Die DLRG hat, wie die Gesellschaft allgemein, heute und künftig völlig andere Probleme als bei DLRG vor 75 Jahren. Es bleibt zu hoffen, daß die DLRG auch neuen Anforderungen gewachsen sein wird!

Allen unseren Mitgliedern und den Vorständen, welche bisher an unserer Idee gearbeitet haben, gilt es zu danken! Auch denen, welche uns bei der Arbeit ideell, mit Spenden, mit Zuschüssen, Förderung, Eigenleistungen oder durch Sachleistungen unterstützt haben, gilt aufrichtiger Dank der DLRG in Braunschweig!

Mit Stolz können wir im Jahre 2003 Flagge zeigen, wenn die DLRG als größte ehrenamtlich arbeitende Wasser-Rettungsorganisation der Welt im Jahre 2003 die DLRG 90 Jahre in Deutschland besteht und seit 75 Jahren DLRG in Braunschweig tätig ist!

Ortsgruppenleiter der DLRG Ortsgruppe Braunschweig (e.V.)

  • Günter Fehrkorn 1950-1952
  • Hubert Tobschall 1952-1954
  • Ernst Reiss 1954-1956
  • Dr. Horst Sasse 1956-1959
  • Rolf Pauli 1959-1977
  • Horst Broders 1977-1980
  • Werner Stoltze 1980-1983
  • Klaus-Dieter Sievers 1983-1986
  • Werner Stoltze 1986-1992
  • Norbert Stoltze 1992 – z.Zt.

DLRG Landesverband Braunschweig e.V.

  • Kam. Unrath 1928-1929, LV-Leiter
  • Walter Wellner 1929-1935, LV-Leiter
  • Herbert Mönkemeyer 1935-1945, LV-Leiter
  • Bruno Flick 1951-1974, LV-Leiter
  • Karlheinz Harland 1974-1992, LV Präs.
  • Hans-Georg Gode 1992-1998, LV Präs.
  • Helmut Fichtner 1998 – z.Zt., LV Präs.

(Stand 2003)