04.06.2015 Donnerstag  Freigewässer-Trainingslager in Warnemünde

Es ist Dienstag, der 12.05.2015, später Nachmittag, gegen 18 Uhr. Ein paar lichte Gestalten treffen sich im Georg-Hax-Heim der Ortsgruppe. Das Ziel: Material für das bevorstehende Himmelfahrts-Trainingslager vorzubereiten. Wofür? Für ein anstrengendes, schweißtreibendes, kaltes Training garniert mit etwas Spaß. So fuhren Patrick, Chrischi und Jens mit einem vom RSV geliehenen Trailer zu einem Herrn namens Gregor, bei dem wir diverse Surfskis und Boards auf den Trailer bugsierten. Des Weiteren wurden Gurtretter (die wir, wie sich rausstellen sollte, nicht benötigten), Medizinbälle, diverse andere Bälle, Bojen, Gewichte, Leinen usw. in dem Trailer verstaut. Perfekt vorbereitet ging es am Mittwoch mit maximal 88 handzahmen und geschmeidigen km/h Richtung Ostsee. Zwischendurch trafen wir in Salzwedel auf unsere Kameraden Leon und Denise, die auf dem Weg an den Plauer See zum Wachdienst waren.

Im Tagungszentrum der DLRG in Warnemünde angekommen, wurden die Zimmer aufgeteilt und belegt und der morgige Ablauf durchgesprochen. 8 Uhr Frühstück, 9 Uhr Abfahrt, 10 Uhr am Strand bzw. im Wasser, 18 Uhr Abendessen und vllt noch eine kleine Krafteinheit danach. Das klingt nach einem ordentlichen Tagesprogramm…und ordentlich wurde es!

Pünktlich am Strand angekommen waren einige voller Vorfreude, andere hatten wiederum Respekt, denn es wehte eine steife Brise und die Wellen waren 1 – 1,5 m hoch. Da die meisten seit einem halben Jahr nicht mehr auf einem Board oder in einem Ski Platz genommen hatten, bestand die erste Aktion zumeist darin erstmal ordentlich reinzufallen, die etwa 10°C „warme“ Ostsee zu spüren und das kühle Nass einmal durch seinen Neoprenanzug durchpusten zu lassen. Bevor es jedoch zu diesem angenehmen Teil des ersten Tages kam, hieß es zunächst: Erwärmung! Laufen im Sand, Oberkörper warm machen mit Medizinbällen o. ä. Geräten. Danach wurden wir in drei Gruppen aufgeteilt. Eine Beachgruppe, eine Board-Gruppe und eine Ski-Gruppe. Die Beachgruppe, zu der ich auch zählte, übte Beachflags, eine Art Reise nach Jerusalem, bei der man etwa 20 m im Sand sprinten muss, um am Ende einen Schlauch zu erwischen, von dem immer einer weniger da ist als Läufer. Dabei fiel auf, dass das Alter nicht unbedingt ausschlaggebend für eine gute Sprintfähigkeit ist. Auch wenn teilweise 10 Jahre dazwischen liegen, kann ein gereifter Chrischi auch einen Jungspund wie Max, besser bekannt als Albatros auf Grund seiner als Arme getarnten Schwingen für das Halten des Gleichgewichts, den Schlauch vor der Nase wegschnappen. Nach dieser Strandeinheit ging es ins Wasser. Der erste Versuch mit dem Board war wie gesagt dazu bestimmt einmal kurz vom Meer die Grenzen aufgezeigt zu bekommen. Danach legte man sich erstmal auf das Board anstatt zu knien und versuchte durch die Brandung etwas weiter raus zu kommen. Da die Brandung an dem Tag am stärksten war, wurden auch gleich das Rausfahren, das Querfahren zur Welle sowie das Reinkommen an den Strand mit möglichst großzügigem Reiten auf einer Welle geübt. Danach ging es auf den Ski, eine Begegnung der unerfreulichen Art, jedenfalls für mich. Denn nach mehr als 6 Monaten Pause war es doch sehr schwierig sich an das unruhige Wasser heranzutasten. Das Ergebnis: mehr Zeit im Wasser als auf dem Ski mit anschließendem, schnellem Wechsel wieder zurück aufs Board. Andere konnten mit den Bedingungen sehr viel besser umgehen und drehten für das eigene Auge nahezu problemlos ihre Runden…bemerkenswert und zugleich dezent unfair…Nach dem Mittagessen in Form eines Luchpakets ging es gleich wieder für eine Stunde ins Wasser. Technik üben, Filmaufnahmen für eine spätere Auswertung drehen, erstmal ohne große Schwierigkeiten hinaus aufs Meer und wieder zurück. Zu dieser Zeit besiegte auch die Sonne ihr kleines Scharmützel mit den Wolken und schien angenehm wärmend vom Himmel. Nach der zweiten Wassereinheit mit Verbrennungsgefahr an den vom Neo nicht bedeckten Stellen wurde mit dem guten alten Terraband noch ein paar Krafteinheiten am Strand gemacht. Hiernach hieß es zusammenpacken und ab zum Abendessen. Hiernach gab es noch eine kleine Krafteinheit mit Stabiübungen, Kräftigungen für Rücken, Arme und Beine. Fazit des Tages: 1. Das gibt definitiv einen mittelschweren bis starken Muskelkater am gesamten Körper.  2. Ich muss ins Bett. 3. Vorher noch ein Hajabierchen.

 

Die nächsten beiden Tage gestalteten sich ähnlich. Die Strandeinheiten nahmen dabei etwas ab, um die Zeit auf dem Wasser ausnutzen zu können. Leider riss die Wolkendecke am Freitag sehr spät auf, am Samstag leider gar nicht und es regnete etwas. Der Stimmung tat dies aber keinen Abbruch. Besonders Spaß hat eine endlose Staffel aus Board und Ski gemacht. Hier fuhren in zwei Mannschaften jeweils zwei gleichzeitig Ski, der letzte der beiden klatschte die beiden nächsten Starter ab, die nun mit dem Board unterwegs waren. So ging das eine ganze Stunde, in der man sich noch einmal richtig austoben konnte. Günstig war hierbei die nachlassende Brandung, so dass jedenfalls für mich die Gefahr des Reinfallens und Flutens des Neos minimiert wurde.

Abends gab es immer eine Videoanalyse, bei der die Aufnahmen des Tages noch einmal betrachtet wurden. Hierbei gab es einige witzige, aber auch viele wertvolle bewegte Bilder zu sehen. Es ist doch etwas anderes sich selbst auf einem Ski zu begutachten und zu beurteilen, wie gut oder von Fall zu Fall wie schlecht seine eigene Technik ist.

Insgesamt war es ein sehr anstrengendes, aber auch überaus schönes Trainingslager mit klasse Leuten. Man hat gemerkt, dass man nach und nach wieder sicherer auf dem Ski und dem Board wurde, was die Motivation spürbar steigerte.

Ein großer Dank geht an den Jens, unseren Organisator, und an Gregor und Jenny, die uns ordentlich gequält und als Trainer am Strand fungiert haben.

Auf ein neues Trainingslager im nächsten Jahr!

Kategorie(n)
Bericht, Rettungssport

Von: Christian Plagge

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